Cassandra Mark: Vorkoloniale Formen der Arbeitsorganisation und die Entstehung der kolonialen Industriearbeiter in Afrika

PhD-project, Department of History, University of Basel

Mit dem mechanisierten Goldbergbau enstand 1877 im Südwesten von Ghana eine erste Insel für Lohnarbeit in der gesamten Region Westafrika. Tausende von Arbeitsplätzen standen potentiellen afrikanische Arbeiter nun zur Verfügung. Dennoch wurden die Bergwerke nicht von eifrigen Arbeitsuchenden überlaufen.

Problemstellung

Die Goldberwerke litten unter einem ständigen Mangel an Arbeitskräften. Mit der ‘Labour Question’ ging es jedoch um mehr als einen afrikanischen Widerstand gegen das Kapital. Zu einer Massenflucht von afrikanischen Sklaven und Zwangsarbeitern kam es trotz der Emanzipations-Proklamation von 1876 nicht. Stattdessen hatten viele Afrikaner die Wahl getroffen, ihre Arbeitsverhältnisse auch weiterhin mit anderen Afrikanern auszuhandeln. Europäische Arbeitgeber mussten sich dieser Entscheidung anpassen indem sie ihre Angestellten durch afrikanische Autoritätspersonen rekrutierten.

Methodologie

Im ghanaischen Kontext hat die Entwicklung moderner Industrie nicht zwingend auch moderne Arbeitsverhältnisse mit sich gebracht. Zur Übergängsphase zwischen ‘Modernem’ und dem ‘Traditionellem’ bzw. ‘kolonialien’ und ‘vorkolonialen’ Zuständen sind weitere Studien in Bereich der afrikanischen Wirtschaftsgeschichte erforderlich. Die Untersuchung der Arbeitsverhältnisse wirkt hier wie eine Linse durch die eine solche Übergangsphase aus der Näher betrachtet werden kann.

Folgerung

Nach den Grundsätzen der ‘Indirect Rules’, haben industrielle Arbeitsgeber in Ghana Angestellen durch einheimischen Autoritätspersonen erworben und managen lassen. Soziale Unterwerfung war aber nur Teil der Geschichte. Wie in den vorkolonialen Zeit blieb Kredit ein wichtiges Instrument für die Mobilisierung von Arbeiter.